An einem heißen Sommertag verschwindet die Programmleiterin eines renommierten Frankfurter Literaturverlags spurlos. In ihrem Haus finden Oliver von Bodenstein und Pia Sander Blutspuren und den dementen, hilflosen Vater der Frau, angekettet und allein zurückgelassen. Kurz darauf wird die Vermisste tot im Wald entdeckt.
Schnell rückt der neue Programmleiter in den Fokus, ein Jugendfreund des Opfers, der von ihrer Entlassung profitiert hat. Zugleich liegt ein handfester Skandal in der Luft: Die Tote hatte den gefeierten Bestsellerautor Severin Velten öffentlich des Plagiats beschuldigt und damit eine ganze Branche in Aufruhr versetzt. Als ein zweiter Mensch stirbt, ahnen die Ermittler, dass hier mehrere Fäden zusammenlaufen.
Die Spur führt weit zurück, zu einem Sommer 1983 auf einer französischen Insel und zu einem gut gehüteten Geheimnis, das beide Opfer verband. Zwischen Verlagsintrigen, alten Freundschaften und frischem Verrat müssen Bodenstein und Sander herausfinden, was eine Freundschaft, die „in ewiger Freundschaft“ geschlossen wurde, am Ende wirklich wert ist.
Unser Fazit zu In ewiger Freundschaft
Mit Band 10 wechselt Nele Neuhaus das Milieu: Statt sozialer Brennpunkte steht diesmal der Literaturbetrieb im Zentrum, und das ist ein dankbares Spielfeld. Neuhaus kennt die Branche aus eigener Anschauung, und die kleinen Spitzen gegen Verlagseitelkeiten, Bestsellerlisten und das Geschäft mit den großen Namen machen Spaß. Darüber legt sie ihre bewährte Konstruktion: ein Mord in der Gegenwart, dessen Wurzeln Jahrzehnte zurückreichen, dazu das vertraute Ensemble der Kripo Hofheim mit allem privaten Auf und Ab.
Genau diese Vertrautheit ist die Stärke des Buches und zugleich seine Grenze. Wer die Reihe seit Jahren liest, fühlt sich sofort zu Hause und freut sich über jede Entwicklung im Privatleben von Bodenstein und Pia. Wer neu dazukommt, steht vor einem großen Personaltableau, das erst einmal sortiert werden will.
Ehrlich gesagt lässt sich „In ewiger Freundschaft“ mehr Zeit als die packendsten Bände der Reihe. Die erste Hälfte breitet viele Nebenstränge aus, und die Auflösung wirkt am Ende eher sauber zusammengefügt als wirklich überraschend. An die Wucht der großen Gesellschaftsthriller „Böser Wolf“ oder „Wer Wind sät“ reicht der Fall nicht ganz heran. Trotzdem: solides, gut recherchiertes Krimihandwerk, das seine Fans zu Recht auf Platz eins der Bestsellerlisten getragen hat. Für uns ein guter, etwas ruhigerer Band 10. Für Neueinsteiger ist er nicht die erste Wahl. Wer die Reihe kennenlernen will, beginnt mit „Eine unbeliebte Frau“ oder dem Durchbruchsroman „Schneewittchen muss sterben“.
Wie hat euch das Buch gefallen? Ich freue mich auf eure Meinungen, Kommentare und Rezensionen.
Alle Fakten zu In ewiger Freundschaft von Nele Neuhaus
| Titel | In ewiger Freundschaft |
| Autor | Nele Neuhaus |
| Band | 10 (Bodenstein und Kirchhoff) |
| Verlag | Ullstein Taschenbuch (Hardcover zuerst 18.11.2021) |
| Erscheinungsdatum | 31.08.2023 (Taschenbuch) |
| Seitenanzahl | 528 |
| ISBN | 978-3-548-06850-3 |
| Preis Taschenbuch | 12,99 € |
| Preis E-Book | 10,99 € |
| Bewertung | ★★★★ (4 von 5) |
Erschienen bei Ullstein, als Taschenbuch und als E-Book erhältlich. Hier bei Amazon bestellen
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Alle Bände der Reihe in ihrer Reihenfolge
- Band 1: Eine unbeliebte Frau
- Band 2: Mordsfreunde
- Band 3: Tiefe Wunden
- Band 4: Schneewittchen muss sterben
- Band 5: Wer Wind sät
- Band 6: Böser Wolf
- Band 7: Die Lebenden und die Toten
- Band 8: Im Wald
- Band 9: Muttertag
- Band 10: In ewiger Freundschaft (dieser Band)
- Band 11: Monster
- Band 12: Alles wird Asche (erscheint am 27.08.2026)
Die Verfilmung im ZDF
Die Taunus-Krimis werden vom ZDF unter dem Reihentitel „Ein Taunuskrimi“ verfilmt. „In ewiger Freundschaft“ lief als Zweiteiler am 5. und 6. Januar 2026. Oliver von Bodenstein wird durchgehend von Tim Bergmann gespielt, Pia Sander von Kathrin von Steinburg, die die Rolle schon im Zweiteiler „Muttertag“ (2022) übernommen hatte (zuvor spielten Felicitas Woll und Annika Kuhl die Kommissarin). Wie immer bei Neuhaus gilt: erst das Buch, dann der Film. Die Vorlage ist dichter und nimmt sich mehr Zeit für die Figuren. Mehr dazu: Die Drehorte der ZDF-Taunuskrimis.
FAQ
Eine Programmleiterin eines Frankfurter Verlags wird ermordet. Bodenstein und Pia Sander stoßen auf einen Plagiatsskandal um einen Bestsellerautor und auf ein altes Familiengeheimnis, das bis in den Sommer 1983 zurückreicht.
Möglich, aber nicht ideal. Der Fall ist in sich abgeschlossen, doch das Privatleben des Ermittlerteams baut auf den Vorgängern auf. Für den Einstieg empfehlen wir „Eine unbeliebte Frau“ oder „Schneewittchen muss sterben“.
Wie die ganze Reihe im Taunus und im Rhein-Main-Gebiet rund um die Kripo Hofheim, diesmal mit vielen Schauplätzen in der Frankfurter Verlagswelt.
Ja. Das ZDF zeigte den Stoff als Zweiteiler am 5. und 6. Januar 2026, mit Tim Bergmann als Bodenstein und Kathrin von Steinburg als Pia Sander.