Die Drehorte von Kommissar Dupin in der Bretagne

Seit 2014 verfilmt Das Erste die Bretagne-Krimis von Jean-Luc Bannalec rund um Commissaire Georges Dupin. Produziert wird die Reihe von der filmpool fiction für die ARD Degeto, in der Hauptrolle steht durchgehend Pasquale Aleardi. Bis 2026 sind dreizehn Filme entstanden, jeder trägt denselben Titel wie seine Romanvorlage.

Das Besondere: Anders als bei manch anderer Krimireihe wird hier tatsächlich dort gedreht, wo die Geschichten spielen, nämlich in der echten Bretagne. Die raue Atlantikküste, die ummauerte Altstadt von Concarneau, einsame Inseln und kleine Hafenorte sind keine Kulisse aus dem Studio, sondern Originalschauplätze. Genau das macht die Filme für viele Zuschauer zur Fernreise von der Couch aus und für Bretagne-Urlauber zur Einladung, auf Dupins Spuren zu wandeln.

Wo Kommissar Dupin gedreht wird: der Überblick

Das Herz der Reihe ist Concarneau im Département Finistère, Dupins Wahlheimat. Von hier aus führen die Fälle quer durch die Bretagne: auf die Inseln Belle-Île, Île de Sein und vor die Westküste, in Hafenstädtchen wie Douarnenez und Fouesnant sowie bis an die Loire-Mündung rund um Pornic. Gedreht wird fast ausschließlich an Originalschauplätzen im Finistère und den angrenzenden Regionen.

Concarneau: Dupins Heimatstadt

Concarneau an der Baie de la Forêt nahe Quimper ist der wichtigste Drehort der ganzen Reihe. Im Mittelpunkt steht die Ville Close, die berühmte, fast vollständig von Wasser umgebene Altstadt hinter dicken Granitmauern. Ihre Gassen, Stadttore und die Hafenpromenade tauchen in praktisch jedem Film auf und sind das visuelle Markenzeichen von Kommissar Dupin.

Das fiktive Polizeipräsidium, in dem Dupin mit seinem Team ermittelt, entsteht an mehreren realen Orten in Concarneau: Genutzt werden unter anderem das Centre des Arts de Concarneau (CAC), das Gebäude der Industrie- und Handelskammer sowie der Pôle Nautique de la Croix. Auch der quirlige Fischereihafen und die Cafés an der Mole sind regelmäßig im Bild. Wer die Bücher kennt, denkt hier unweigerlich an Dupins Stammlokal Amiral, das ein reales Vorbild am Hafen von Concarneau hat.

Belle-Île: Schauplatz von „Bretonische Idylle“

Für den zehnten Fall „Bretonische Idylle“ ging die Produktion auf Belle-Île, die größte der bretonischen Inseln vor der Südküste. Die raue Landschaft mit ihren Steilküsten, Buchten und der für die Insel typischen Stimmung prägt diesen Film besonders stark, ergänzt um Aufnahmen in Concarneau.

Douarnenez und die Île de Sein: „Bretonische Flut“

Der fünfte Fall „Bretonische Flut“ spielt am äußersten Westzipfel der Bretagne. Gedreht wurde in der Hafenstadt Douarnenez und auf der einsamen Île de Sein, einer flachen, fast baumlosen Insel im Atlantik, auf der mehr Geschichten über Hexen und Stürme kursieren als anderswo. Die Überfahrten und die Weite des Meeres sind hier zentrale Motive.

Fouesnant: „Bretonische Nächte“

Für den elften Fall „Bretonische Nächte“ stand die Kamera unter anderem in Fouesnant, einer Gemeinde mit rund 10.000 Einwohnern im Südwesten des Finistère, bekannt für ihre Apfelwiesen und den Cidre. Die Gegend liefert die passende Kulisse für den herbstlich-düsteren Ton dieses Falls.

Pornic und die Loire-Region: „Bretonischer Ruhm“

Der zwölfte Fall „Bretonischer Ruhm“ führt Dupin in seinen Flitterwochen weiter nach Süden. Gedreht wurde unter anderem in Pornic an der Loire-Mündung sowie in den Orten Névez, Sainte-Marine, Trévignon und Riec-sur-Bélon, ergänzt um die Weinregion des Muscadet südlich von Nantes.

Weitere Drehorte in der Bretagne

Über die Reihe verteilt tauchen viele weitere Originalschauplätze auf, darunter die Austernorte Port-Bélon und Port Manec’h, der Hafen von La Turballe, das Palais du Grand-Large in Saint-Malo (Schauplatz von „Bretonische Spezialitäten“) sowie das Centre Philippe Joppé in Trébeurden, das in einzelnen Folgen als Polizeistation diente.

Schauplätze und Drehorte auf einen Blick

OrtRegionBekannt aus / wofür
ConcarneauFinistèreHauptdrehort, Ville Close, Polizeipräsidium (Centre des Arts, IHK, Pôle Nautique), Hafen
Belle-ÎleMorbihan„Bretonische Idylle“ (Band 10)
Douarnenez & Île de SeinFinistère„Bretonische Flut“ (Band 5)
FouesnantFinistère„Bretonische Nächte“ (Band 11)
Pornic, Névez, Sainte-Marine, Trévignon, Riec-sur-BélonLoire-Atlantique / Finistère„Bretonischer Ruhm“ (Band 12)
Saint-Malo (Palais du Grand-Large)Ille-et-Vilaine„Bretonische Spezialitäten“ (Band 9)
Port-Bélon, Port Manec’h, La Turballe, TrébeurdenBretagnewiederkehrende Hafen- und Küstenmotive

Wo übernachtet man für eine Drehort-Tour?

Als Standquartier bietet sich Concarneau an, schon weil hier der Großteil gedreht wird. Wer in der Ville Close oder am Hafen wohnt, hat die wichtigsten Motive direkt vor der Tür und erreicht die meisten anderen Drehorte als Tagesausflug.

  • Concarneau, beste Basis: Ville Close, Hafen und Präsidiums-Drehorte direkt am Ort, zentral im Finistère gelegen.
  • Quimper, gut angebunden und nur wenige Kilometer entfernt, mit mehr Auswahl an Hotels und Restaurants.
  • Douarnenez oder Bénodet als Alternative im Westen, näher an der Pointe du Raz und den Überfahrten zur Île de Sein.

Unser Tipp: Concarneau als Basis nehmen, von dort die Küstenorte des Finistère abfahren und für die Insel-Fälle eine Bootsfahrt nach Belle-Île oder zur Île de Sein einplanen, am besten bei ruhiger See, ganz im Gegensatz zum wasserscheuen Dupin. Bei escapio gibt es eine Auswahl an schönen Hotels in der Bretagne.

Wer spielt Dupin und sein Team?

In der Hauptrolle des Commissaire Georges Dupin ist seit der ersten Folge durchgehend Pasquale Aleardi zu sehen. Sein Team wurde im Lauf der Jahre teils neu besetzt: Die unverzichtbare Assistentin Nolwenn spielte zunächst Annika Blendl, später übernahm Franziska Wulf die Rolle. Inspektor Kadeg wird von Jan Georg Schütte verkörpert, in den frühen Folgen war Ludwig Blochberger als Inspektor Riwal dabei.

Wichtig zu wissen: Der Film-Dupin ist als nervöser, leicht chaotischer Großstädter angelegt, während der Dupin der Romane über die Bände hinweg ruhiger und immer bretonischer wird. Auch die Handlungen weichen mitunter von den Vorlagen ab. Wer die ganze Geschichte will, liest am besten zusätzlich den passenden Roman.

Welcher Film gehört zu welchem Buch?

Da Film und Roman jeweils denselben Titel tragen, ist die Zuordnung einfach. Die Geschichten hinter den Verfilmungen findest du in unseren Rezensionen:

Einen Überblick über alle Bände und Fälle gibt unsere Seite zu den Kommissar-Dupin-Krimis in ihrer Reihenfolge.

FAQ zu den Drehorten

Wo wird Kommissar Dupin gedreht?

In der echten Bretagne, vor allem in und um Concarneau im Département Finistère. Dazu kommen Drehorte auf Belle-Île und der Île de Sein, in Douarnenez, Fouesnant, Saint-Malo sowie an der Loire-Mündung rund um Pornic.

Kann man die Drehorte von Kommissar Dupin besuchen?

Ja. Die meisten Schauplätze sind frei zugängliche Städte, Häfen und Inseln. Besonders die Ville Close in Concarneau ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die Inseln Belle-Île und Île de Sein erreicht man per Fähre.

Wird dort gedreht, wo die Bücher spielen?

Weitgehend ja. Bannalec verortet seine Romane sehr genau in der realen Bretagne, und die Verfilmungen nutzen dieselben Regionen. Einzelne Szenen werden fürs Fernsehen aber zusammengezogen oder leicht verlegt.

Gibt es Dupins Stammlokal Amiral wirklich?

Das Amiral aus den Romanen hat ein reales Vorbild am Hafen von Concarneau. Es ist damit einer der Orte, an denen sich Buch und echte Bretagne besonders nah kommen.

Wer spielt Kommissar Dupin?

Pasquale Aleardi spielt den Commissaire Georges Dupin seit dem ersten Film 2014 durchgehend. Zum Team gehören unter anderem Franziska Wulf als Nolwenn und Jan Georg Schütte als Kadeg.

Werden die Filme an Originalschauplätzen gedreht?

Ja. Alle bisherigen Filme der Reihe wurden an Originalschauplätzen in der Bretagne gedreht, was die Reihe auch international zum Aushängeschild für die Region gemacht hat.