Bretonischer Glanz: Mord beim Krimifestival, und für Dupin wird es gefährlich

Die Mittagssonne lässt die bunten Segel der Boote im Hafenbecken aufleuchten, als sich Kommissar Georges Dupin auf der Terrasse seines Stammlokals, des Amiral, niederlässt. Gerade will er sich seinem tartare de bœuf widmen, da klingelt sein Handy. In Roscoff, im hohen bretonischen Norden, wurde eine junge Frau ermordet aufgefunden. Und das ausgerechnet dort, wo gerade ein dreitägiges Krimifestival stattfindet.

In dem Hafenstädtchen, das für seine Zwiebeln weltbekannt ist, herrscht Ausnahmezustand. Inmitten des Festivaltrubels ziehen Mitarbeiter des lokalen Fährunternehmens wegen drohender Entlassungen protestierend durch die Straßen. Zugleich scheinen in der „Bruderschaft zum Schutz der Roscoff-Zwiebel“ obskure Dinge vor sich zu gehen, und Unbekannte schmieren rätselhafte Drohparolen an die Hauswände.

Als zwei weitere Morde geschehen, ohne dass Dupin auch nur die geringste Spur zum Täter hat, wird die Lage immer undurchsichtiger. Gemeinsam mit seinen Inspektoren Riwal und Kadeg ermittelt der Kommissar in einem aufgeheizten Klima aus Festivalstimmung, Arbeitskampf und seltsamen Bruderschaftsritualen. Und diesmal gerät Dupin selbst in größte Gefahr.

Unser Fazit zu Bretonischer Glanz

Mit „Bretonischer Glanz“ kehrt Bannalec an die raue bretonische Nordküste zurück, und das tut der Reihe gut. Roscoff mit seinem Hafen, der weltberühmten Zwiebel und der salzigen Atlantikluft ist ein wunderbarer Schauplatz, den der Autor mit der für ihn typischen Liebe zum Detail ausbreitet. Wer die Reihe wegen ihres Küstenflairs liest, kommt hier voll auf seine Kosten, Appetit auf bretonische Zwiebelgerichte inklusive.

Besonders charmant ist der selbstironische Einfall, einen Mord ausgerechnet während eines Krimifestivals geschehen zu lassen. Dazu kommt, dass es für Dupin diesmal so brenzlig wird wie in kaum einem Fall zuvor. Das gibt dem ansonsten gemächlichen fünfzehnten Band mehr Bedrohung und Drive, und die ersten Pressestimmen loben ihn als unterhaltsam, spannend und überraschend.

Wo wir abwägen: Wie alle Dupin-Romane kommt auch dieser fast völlig ohne Action aus, der eigentliche Kriminalfall steht weniger im Vordergrund als die Atmosphäre. Das ist Geschmackssache und reihen-typisch. Hinzu kommen zwei kleinere Schwächen, die auch frühe Leser anmerken: Dupin wirkt stellenweise ungewohnt zögerlich und nicht ganz bei der Sache, und das Treffen der vielen Krimiautoren und Fans bringt eine Flut an Namen mit sich, bei der man leicht den Überblick verliert. Für uns bleibt unterm Strich ein runder, atmosphärischer Band, der die Stärken der Reihe selbstbewusst ausspielt und sie um eine Prise echte Gefahr ergänzt.

Für Fans der Reihe ist „Bretonischer Glanz“ ohnehin Pflichtlektüre. Für Neueinsteiger ist der Fall in sich abgeschlossen und gut lesbar, die feinen Entwicklungen rund um Dupin und sein Team erschließen sich aber erst mit den Vorgängern. Wer einsteigen will, beginnt besser bei Band 1.

TitelBretonischer Glanz
AutorJean-Luc Bannalec
Band15 (Kommissar Dupin)
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum24.06.2026
Seitenanzahl320
ISBN978-3-462-00603-2
Preis Taschenbuch18,00 €
Preis E-Book14,99 €
Bewertung★★★★☆ (4 von 5)

Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, als Taschenbuch für 18,00 Euro erhältlich, als E-Book für 14,99 Euro. Hier bei Amazon bestellen

Alle Bände der Reihe in ihrer Reihenfolge

Mehr zum Autor und zur kompletten Reihe auf unserer Übersichtsseite zu den Kommissar-Dupin-Krimis.

FAQ zu Bretonischer Glanz

Wann ist „Bretonischer Glanz“ erschienen?

Der fünfzehnte Fall von Kommissar Dupin ist am 24.06.2026 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch.

Muss ich die Vorgänger kennen, um „Bretonischer Glanz“ zu lesen?

Nein, der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen und gut als Einzelband lesbar. Für die Figurenbeziehungen rund um Dupin, sein Team und Claire empfehlen wir aber, die Reihe von Beginn an zu lesen.

Wo spielt „Bretonischer Glanz“?

In Roscoff, einem für seine Zwiebeln weltbekannten Hafenstädtchen im hohen Norden der Bretagne, während eines dreitägigen Krimifestivals.

Ist „Bretonischer Glanz“ spannender als die Vorgänger?

In gewisser Weise ja. Der Fall kommt zwar wie immer ohne Action aus, doch für Dupin wird es so gefährlich wie in kaum einem Band zuvor. Das sorgt für mehr Bedrohung als gewohnt.

Wird „Bretonischer Glanz“ verfilmt?

Bisher gibt es keine Ankündigung. Da die ARD Degeto die Reihe mit Pasquale Aleardi aber lückenlos verfilmt, ist eine Adaption in einigen Jahren wahrscheinlich. Die Filme erscheinen mit mehreren Jahren Abstand zu den Büchern.