Kommissar Dupin will gerade an sich arbeiten und seine notorische Angst vor dem Wasser überwinden, da reißt ihn eine Nachricht aus den guten Vorsätzen: Eine Frau ist ertrunken. Allerdings nicht im Meer, sondern in einem Bottich voller Schokolade. Was makaber klingt, entpuppt sich rasch als kaltblütig geplanter Mord. Das Opfer ist die Inhaberin einer alteingesessenen Schokoladenmanufaktur in der Concarneauer Altstadt, der Ville Close.
Um die dunklen Geheimnisse der Schokoladenwelt zu lüften, bleibt Dupin nicht in seiner gewohnten Umgebung. Gemeinsam mit seiner unverzichtbaren Mitarbeiterin Nolwenn begibt er sich auf einen rasanten Roadtrip, der die beiden quer durch die Bretagne und schließlich bis ins Baskenland führt.
Zwischen edlen Pralinen, alten Familienrezepten und handfesten geschäftlichen Interessen muss Dupin herausfinden, wer ein Motiv hatte, die Schokoladenherstellerin zu töten. Sein vierzehnter Fall verbindet die typische bretonische Genussfreude mit einer Reise, die ihn weiter von zu Hause wegführt als gewohnt.
Unser Fazit zu Bretonische Versuchungen
„Bretonische Versuchungen“ lebt von einer herrlich originellen Idee. Eine Tote im Schokoladenbottich ist ein Bild, das man so schnell nicht vergisst, und die Welt der handwerklichen Schokoladenherstellung gibt einen frischen, sinnlichen Hintergrund für den Fall ab. Bannalec versteht es wie immer, das Thema mit Liebe zum Detail auszubreiten, und wer die kulinarische Seite der Reihe mag, wird hier reich beschenkt.
Schön ist auch das Roadtrip-Element. Dass Dupin diesmal mit Nolwenn unterwegs ist, statt vom Café aus zu ermitteln, sorgt für Bewegung und für hübsche Dialoge zwischen den beiden. Die Reise bis ins Baskenland erweitert den Horizont der Reihe, ohne die bretonische Seele zu verlieren.
Wo wir abwägen: Mit rund 400 Seiten lässt sich Bannalec wieder viel Zeit, und das Tempo bleibt gemächlich. Die Auflösung ist stimmig, aber für Krimi-Fans, die auf knallharte Spannung aus sind, eher ruhig. Das ist Geschmackssache und reihen-typisch. Für uns ist „Bretonische Versuchungen“ ein runder, ideenreicher Band, der die Genuss-DNA der Reihe gekonnt variiert.
Für Neueinsteiger ist der Fall gut verständlich. Die eingespielte Dynamik zwischen Dupin und Nolwenn entfaltet ihren Charme aber erst, wenn man die beiden aus den Vorgängern kennt.
| Titel | Bretonische Versuchungen |
| Autor | Jean-Luc Bannalec |
| Band | 14 (Kommissar Dupin) |
| Verlag | Kiepenheuer & Witsch |
| Erscheinungsdatum | 2025 |
| Seitenanzahl | 400 |
| ISBN | 978-3-462-00250-8 |
| Preis Taschenbuch | 18,00 € |
| Preis E-Book | 14,99 € |
| Bewertung | ★★★★☆ (4 von 5) |
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, als Taschenbuch für 18,00 Euro erhältlich, als E-Book für 14,99 Euro. Hier bei Amazon bestellen
Alle Bände der Reihe in ihrer Reihenfolge
- Band 1: Bretonische Verhältnisse (2012)
- Band 2: Bretonische Brandung (2013)
- Band 3: Bretonisches Gold (2014)
- Band 4: Bretonischer Stolz (2015)
- Band 5: Bretonische Flut (2016)
- Band 6: Bretonisches Leuchten (2017)
- Band 7: Bretonische Geheimnisse (2018)
- Band 8: Bretonisches Vermächtnis (2019)
- Band 9: Bretonische Spezialitäten (2020)
- Band 10: Bretonische Idylle (2021)
- Band 11: Bretonische Nächte (2022)
- Band 12: Bretonischer Ruhm (2023)
- Band 13: Bretonische Sehnsucht (2024)
- Band 14: Bretonische Versuchungen (2025), dieser Band
- Band 15: Bretonischer Glanz (2026)
Mehr zum Autor und zur kompletten Reihe auf unserer Übersichtsseite zu den Kommissar-Dupin-Krimis.
FAQ zu Bretonische Versuchungen
Nein, der Kriminalfall ist abgeschlossen und gut als Einzelband lesbar. Die eingespielte Beziehung zwischen Dupin und Nolwenn, die hier im Mittelpunkt steht, genießt man jedoch umso mehr, wenn man die Vorgänger kennt.
Ausgangspunkt ist Concarneau mit der Schokoladenmanufaktur in der Ville Close. Von dort führt ein Roadtrip Dupin und Nolwenn quer durch die Bretagne bis ins Baskenland.
Bisher nicht (Stand Juni 2026). Da die ARD Degeto alle bisherigen Dupin-Romane mit Pasquale Aleardi verfilmt hat, ist eine Adaption in den kommenden Jahren aber wahrscheinlich. Die Verfilmungen hinken den Büchern um einige Jahre hinterher.
Eine Schokoladenherstellerin wird tot in einem Bottich ihrer eigenen Manufaktur gefunden. Der ungewöhnliche Tatort führt Dupin tief in die Welt der handwerklichen Schokolade, ihrer Rezepte und geschäftlichen Rivalitäten.